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Warum bleibt die Folie nicht kleben?

Mittwoch, 25. April 2012

Moderne Kunststoffe können für selbstklebende Vinylfolie ein Problem darstellen. Auch mit einem sehr anpassungsfähigen Obermaterial muss bei der Verklebung von Grafiken auf Kunststoffflächen oft gut über die Wahl des richtigen Klebstoffs nachgedacht werden. Folien mit Spezialklebstoff wie die neue A

Wir befragten Horst Rothenberger, zu den Hintergründen...

Ein Blick auf das Fließverhalten von Klebstoffen
„Die Kunst besteht darin, dass sich der Klebstoff auf dem Untergrund zu einer gleichmäßigen, flachen Klebeschicht verteilen muss,“ erläutert Horst Rothenberger. „Auf glatten Materialien wie Glas, Metall und ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol), auf denen der Klebstoff wie Wasser verlaufen kann, ist das kein Problem. Deshalb nennen wir solche Materialien Untergründe mit hoher Oberflächenspannung.“
Rothenberger fährt fort: „Untergründe mit geringer Oberflächenspannung wie PE verhalten sich anders. Moderne Kunststoffe sind ein typisches Beispiel. Sie besitzen oft eine geringe Oberflächenspannung und wirken dem Verlaufen des Klebstoffs entgegen. Sie werden auch als apolare Materialien bezeichnet, daher das ,AP’ im Namen der neuen Avery MPI 2006 AP. Wenn der Klebstoff nicht gut auf dem Untergrund verlaufen will, haftet auch die Vinylfolie nicht richtig. Die meisten modernen Kunststoffe haben eine geringe Oberflächenspannung. Typische Beispiele sind die Polypropylene (PP) und die Polyethylene (PE), wobei HD-PE und LD-PE in der Praxis den häufigste Problemfall für Selbstklebegrafiken darstellen.

Sie wissen bestimmt, dass in unseren Produktdatenblättern immer eine Untergrenze für die Verklebungstemperatur einer Selbstklebefolie angegeben ist. Auch das hat mit dem Fließverhalten des Klebstoffs zu tun. Je niedriger die Temperatur, desto schlechter ist der Klebstoff in der Lage, den Untergrund zu ,benetzen‘. Auf diesen Punkt sollte man immer achten, besonders bei Verklebungen im Freien oder in einem unbeheizten Raum.“

Was ist die Lösung?
„Auch bei kurzfristigen Anwendungen“, fährt Rothenberger fort, „muss vor der Festlegung einer bestimmten Folie immer erst die Beschaffenheit des Untergrunds geprüft werden. Die Wahl eines passenden Klebstoffs ist genauso wichtig wie die Wahl des richtigen Obermaterials, wenn es später keine Probleme geben soll. Zum Glück stehen in unserem Avery Dennison Produktprogramm dank der großen Erfahrung unseres Unternehmens in vielen Anwendungsbereichen selbstklebender Materialien zahlreiche Spezialklebstoffe zur Wahl, so dass immer eine passende Lösung zu finden ist.“

Auswahl des richtigen Klebstoffs
Rothenberger erklärt: „Für Verklebungen auf Untergründen mit geringer Oberflächenspannung gibt es spezielle ,Klebstoffrezepte‘ mit Zusätzen (insbesondere die so genannten Haftverstärker), die nicht nur das Fließverhalten des Gemischs verbessern, sondern auch für eine hohe Ersthaftung sorgen, so dass die Selbstklebefolie beim Verkleben dort, wo sie mit dem Untergrund in Berührung kommt, sofort haftet und danach auf dem Rest des Untergrunds verläuft, um eine gleichmäßige Gesamthaftung zu erreichen.

Ein apolarer Untergrund mit geringer Oberflächenspannung ist also auf der einen Seite eine echte Herausforderung,“ fasst Rothenberger zusammen, „aber das kann man in den Griff bekommen. Unser Standardproduktprogramm bietet eine Lösung für das Problem. Und wenn Sie bei der Auswahl beraten werden möchten, können Sie sich jederzeit an uns wenden!“